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Das THQ Logo

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Beschreibung

THQ (kurz für Toy Headquarters) war ein US-amerikanischer Hersteller und Publisher von Videospielen, der sowohl selbst Spiele entwickelte als auch von anderen Unternehmen entwickelte Spiele vertrieb. Der Hauptsitz war in Calabasas Hills, Kalifornien, der deutsche Sitz in Krefeld, während sich der internationale Sitz in Zürich in der Schweiz befand. THQ produzierte Spiele für gängige Spielkonsolen wie GameBoy Advance, Nintendo GameCube, DS, Wii, Xbox, Xbox 360, PlayStation 2 und PlayStation 3 sowie für IBM-kompatible PCs. Am 20. Dezember 2012 wurde bekannt, dass die amerikanische Abteilung der Firma Insolvenz anmeldet. Auf einer Auktion im Januar 2013 wurden die verbliebenen Firmenwerte versteigert und der Konzern zerschlagen.

Firmengeschichte

Das Wort THQ stand ursprünglich für Toy Headquarters, als die Firma noch ein reiner Spielzeughersteller war. THQ stellte von 1994 bis 2013 Videospiele her. Die deutsche Niederlassung mit Sitz in Krefeld wurde von Ian Curran und Stefan Krings geleitet; sie war für Vertrieb und Marketing im deutschsprachigen Markt zuständig.

uDraw-Fehlschlag und Finanzprobleme 2012

Im Dezember 2011 gab THQ bekannt, dass die Verkaufszahlen des Konsolenzubehörs uDraw weit unter den Erwartungen verblieben war. In seinem Quartalsbericht Anfang Februar 2012 musste der Konzern einen Lagerüberschuss von 1,2 Millionen uDraw-Einheiten eingestehen. Daraus resultierten nach eigenen Angaben ein um rund 100 Millionen US-Dollar geringerer Umsatz aufgrund unerwarteter Minderverkäufe und nicht eingeplanter Preisreduzierungen. Im gesamten Quartal wurde daher ein Verlust von 56 Millionen US-Dollar verzeichnet. Der Konzern geriet infolgedessen in gravierende Finanzprobleme. Der Wert der Unternehmensaktie war bereits zuvor langanhaltend unter die Mindestgrenze von 1 US-Dollar gefallen, weshalb THQ von der Börsenaufsicht der NASDAQ die Androhung des Ausschlusses vom Börsenhandel erhielt, sollte es nicht gelingen, den Wert wieder dauerhaft über einem Dollar zu stabilisieren. Das Unternehmen reagierte mit einer Reihe von Maßnahmen. Zum einen wurde das Geschäftsfeld neu organisiert und auf Großproduktionen eingeschränkt. Die Kindersoftware-Sparte wurde eingestellt, 240 Mitarbeiter in Vertrieb, Management und Verwaltung wurden entlassen, die Vertriebsniederlassung in Japan, Italien und Spanien geschlossen, die Qualitätssicherung in Phoenix, Arizona geschlossen und mit der Einrichtung in Montreal zusammengelegt. Mehrere führende Manager verließen das Unternehmen und wurden ersetzt. Von den einschneidenden Sparmaßnahmen weitgehend verschont blieben hingegen die Entwicklungsstudios Relic Entertainment, Volition, Vigil Games und THQ Montreal.

Das als MMO geplante Spiel Warhammer 40.000: Dark Millennium wurde in einen Einzelspielertitel mit Mehrspielerkomponente umgewandelt, nachdem der Publisher keinen Partner für die Finanzierung des Projekts finden konnte. In Folge wurde bei den Entwicklern Relic Entertainment und Vigil Games 118 Entwickler entlassen. nachdem es nicht gelungen war, mit dem im Februar 2012 veröffentlichten Titel UFC Undisputed 3 die notwendige Gewinnschwelle von zwei Millionen verkauften Einheiten zu erreichen. In diesem Zusammenhang wurde im Juni 2012 schließlich auch das Entwicklungsstudio THQ San Diego geschlossen. Die Zusammenarbeit mit Tomonobu Itagaki und Valhalla Games am Projekt Devil's Third wurde aufgegeben, im August 2012 kündigte THQ zudem die Einstellung des Insane-Projekts bei Volition an und gab die Rechte an dem Spiel zurück an Regisseur und Produktionspartner Guillermo del Toro. Des Weiteren verzichtete das Unternehmen auf eine Präsenz auf den Fachmessen E3 und Gamescom. Das als eigenständiges Add-on geplante Saints Row: The Third - Enter The Dominatrix wurde eingestellt, die bereits geplanten Inhalte als Bestandteil des neuen Vollpreis-Titels Saints Row 4 angekündigt. Schließlich konnte mit einer Aktienzusammenlegung in der Höhe 10:1 der Aktienwert über dem erforderlichen Mindestwert von 1 US-Dollar erreicht und der drohende Börsenausschluss abgewendet werden.

In seinem ersten Quartalsbericht für das Geschäftsjahr 2013 am 6. August 2012 konnte THQ erstmals wieder einen Gewinn bekanntgeben.

Humble THQ Bundle

Am 13. November 2012 gab THQ an, dass es einen Kredit von Wells Fargo über 50 Millionen US-Dollar nicht zurückzahlen könne und am Rande des Bankrott stehe. Nachdem der Aktienwert seit Anfang November auf die Marke von 3 Dollar fiel und sich die Langzeitverbindlichkeiten auf 250 Millionen Dollar summiert hatten, war THQ gezwungen die vorläufigen Veröffentlichungstermine für die Firmenflaggschiffe Company of Heroes 2 und Metro: Last Light auf März 2013 zu verschieben. In dem Versuch Geld zu akquirieren, ging THQ mit dem Humble Bundle eine Partnerschaft ein und startete am 29. November 2012 das Humble THQ Bundle. Bis zum 12. Dezember 2012 wurden fast 800.000 Bundles verkauft und damit ungefähr 5 Millionen Dollar erzielt; THQ Präsident Jason Rubin erwarb ebenfalls ein Bundle für $11.050.

Insolvenz und Zerschlagung

Am 20. Dezember 2012 meldete THQ die Insolvenz an. Ursprünglich sollte das Tagesgeschäft von THQ durch die Übernahme der Investorengruppe Clearlake Capital Group weitergeführt werden. Die Gläubiger erhoben allerdings Einspruch gegen diese Übernahme, dem ein Gericht stattgab. Auf einer Auktion am 22. Januar 2013 konnten Interessenten für Teile des Unternehmens Gebote abgeben. Dabei stellte sich heraus, dass die Summe der Einzelgebote über dem Gesamtangebot von Clearlake lag. Als Konsequenz daraus wurde der Konzern zerschlagen und im Folgenden stückweise veräußert

  • Sega erwarb für 26 Millionen US-Dollar die Markenrechte zu Company of Heroes einschließlich des Entwicklerstudios Relic Entertainment.
  • Koch Media und seine Publishingtochter Deep Silver erhielten für 22,3 Millionen US-Dollar den Zuschlag für das Entwicklerstudio Volition einschließlich der Markenrechte an Saints Row, sowie die THQs Rechte an Metro: Last Light für 5,8 Millionen Dollar.
  • Take-Two Interactive erwarb die Rechte an Turtle Rock Studios' Shooter Evolve für 11 Millionen US-Dollar.
  • Crytek, Entwickler von Homefront 2, erwarb die Rechte an der Marke für 500.000 US-Dollar.
  • Ubisoft erhielt das Studio THQ Montreal für 2,5 Millionen US-Dollar zugesprochen, sowie für weitere 3,2 Millionen Dollar die Publishingrechte am Computer-Rollenspiel South Park: Der Stab der Wahrheit von Obsidian Entertainment

Keinen Käufer fand dagegen das Entwicklerstudio Vigil Games und die Marke Darksiders. Diese gingen in die verbliebene Konkursmasse ein, die gemäß Chapter 11 des US-amerikanischen Insolvenzrechts liquidiert werden sollen. Mit Ausnahme einer Rumpfmannschaft für die Abwicklung wurden sämtliche verbliebenen Mitarbeiter entlassen. Die Mitarbeiter des dadurch ebenfalls aufgelösten Entwicklers Vigil Games wurden von Crytek übernommen und gründeten das neue Studio Crytek USA

Bei der Versteigerung der verschiedenen Lizenz- und Markenrechte zwischen dem 1. und 15. April 2013 wurden nochmals rund sieben Millionen US-Dollar eingenommen. Nordic Games erwarb für insgesamt 4,9 Millionen US-Dollar die Rechte an 150 Titeln, darunter die Serien Darksiders, Destroy All Humans!, Full Spectrum Warrior, Juiced, MX vs. ATV, Red Faction, Summoner, das Action-Rollenspiel Titan Quest sowie die lizenzierten Produkten Marvel Super Hero Squad und Supreme Commander. Gearbox Software erhielt für für 1,35 Millionen US-Dollar den Zuschlag für die Echtzeit-Strategieserie Homeworld, 505 Games ersteigerte für 300.000 US-Dollar die Titel Drawn to Life und Drawn to Life: The Next Chapter.

Studios

Cranky Pants Games

Cranky Pants Games mit Sitz in Kirkland entwickelte bisher die Xbox-Spiele Red Faction und Summoner: A Goddess Reborn.

KAOS Studios

KAOS Studios mit Sitz in New York City wurde im Januar 2005 von THQ aufgekauft. Das erste Spiel, Frontlines: Fuel of War, erschien Ende Februar 2008. Im März 2011 erschien das Spiel Homefront.

Rainbow Studios

Rainbow Studios mit Sitz in Phoenix entwickelte das erfolgreiche PlayStation 2-Spiel ATV Offroad Fury und ATV Offroad Fury 2, sowie das Videospiel zum Pixar]]-Film Cars für alle gängigen Spielkonsolen.

Relic Entertainment

Relic Entertainment mit Sitz in Vancouver hat sich als Entwickler auf das Genre der 3D-Echtzeit-Strategie spezialisiert. Einige Spieleserien wie Homeworld, [arhammer 40,000: Dawn of War und Company of Heroes wurden von Relic entwickelt. Im Jahre 2011 brachten sie abseits der Strategiespiele, das Actionspiel Warhammer 40k: Space Marine für PS3, Xbox360 und PC auf den Markt.

Volition, Inc.

Volition, Inc. ist ein Entwickler von Spielen für Konsolen und Windows-basierten PCs. Volition befindet sich in Champaign. Die Firma wurde gegründet, als Parallax Software (Entwickler der Spieleserie Descent) zweigeteilt wurde. Die andere Hälfte war das mittlerweile geschlossene Outrage Entertainment, das Descent 3 und Alter Echo entwickelte.

Mit Interplay als Publisher entwickelte Volition die Freespace-Serie. Als Interplay bankrottging, wurde Volition von THQ aufgekauft. Seitdem brachte Volition einige beliebte Titel wie Red Faction, Red Faction II, Summoner, The Punisher und Saints Row für die Xbox 360 und den PC heraus.

Andere Studios

  • Blitz Games
  • Blue Tongue Entertainment
  • Concrete Games
  • Heavy Iron Studios
  • Heliotrope Studios (ehemals Changeling Software)
  • Helixe Games
  • Incinerator Games
  • Juice Games
  • Locomotive Games
  • Mass Media
  • Paradigm Entertainment
  • Slingdot
  • THQ Wireless
  • THQ Studio Australia
  • Vigil Games
  • Vogster Entertainment (CrimeCraft)

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